Unter dem Begriff Landhausmode befasst sich im Allgemeinen die traditionelle Kleidung, in Verbindung moderner Einflüsse. Landhausmode für Damen ist jedoch nicht mit der Trachtenkleidung zu verwechseln. Im Unterschied dazu, entsprechen diese einer ganz bestimmten Kleiderordnung, welche sich in ethnischen und traditionellen Vorschriften finden. Solche Trachten wurden erstmals im 15. Jahrhundert beobachtet und fanden sich vorwiegend im ländlichen Raum. Die bäuerliche Kleidung ist daher noch heute stark traditionell geprägt. Doch auch berufsbezogene Trachtenkleidung war üblich und noch heute ist, zum Beispiel die Zimmermannskluft, Berufsbekleidung.
Die Damen Landhausmode entwickelte sich aus dieser landesüblichen Trachtenmode. Anfangs peppten die Damen ihre Trachten ein wenig auf, indem sie etwa den Ausschnitt ein wenig veränderten und die Schürzen farblich den hiesigen Modeerscheinungen anpassten. Auch wurden die Kleider deutlich kürzer, so dass die Damenwelt wieder Bein zeigen konnte. Heute ist die Landhausmode für Damen kaum noch mit den früheren Trachten zu vergleichen. Die Farbgestaltung ist sehr vielseitig und die Schnitte sind figurbetont gehalten. Weibliche Rundungen sollen besonders hervorgehoben werden, was in den vergangenen Jahrhunderten absolut verpönt war. Auch im Bereich der Accessoirs der Damen Landhausmode, hat sich einiges verändert. So waren im 15. Jahrhundert schwere Schmuckutensilien üblich, welche die Frauen um den Hals und den Leib trugen. Auch die Knöpfe galten als wichtiges Accessoir und so waren diese auffällig und groß. Im Gegensatz dazu bevorzugen die Frauen unserer Zeit eher schlichten Schmuck, denn das Dekolleté soll auffallen, nicht aber die Kette. Diese ist meistens unauffällig und kurz im Design.
Das Material der Landhausmode ist heute leicht und luftig, so dass eine übermäßige Transpiration auf den Vernügungsfesten verhindert wird. Auch dieser Aspekt fand zu damaligen Zeiten kaum Beachtung. Die Stoffe waren sehr schwer und den Ansprüchen der kräftezehrenden, bäuerlichen Arbeit nicht angepasst. Die Kleidung wurde häufig von den Frauen selbst genäht und mit vielen persönlichen Stickereien versehen. Jedes Kleidungsstück hatte so eine ganz persönliche Note. Heute wird die Landhausmode für Damen meisten maschinell hergestellt und in Fachgeschäften verkauft.
